Herne

In Herne

Im Juli 2022 hat die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet (Herne) dem Fachbereich Stadtgrün ein aktuelles Gänsegutachten vorgelegt, das ein Stagnieren der Gänsezahlen in Herne ausweist. Bei einem Ortstermin im Schlosspark Strünkede informierten Jürgen Heuser, Leiter der Biologischen Station, und Hans-Jürgen Kuhl, Leiter von Stadtgrün, im August über einzelne Aspekte dieses Gutachtens – auch darüber, dass die Kanadagänse keine anderen Arten verdrängen und unter Hygieneaspekten unbedenklich sind. Bei dem Treffen, das von der SPD-Fraktion organisiert worden war, diskutierten Andreas Hentschel-Leroy, umweltpolitischer Sprecher der SPD und Roberto Gentilini, SPD-Mitglied im Umweltausschuss auch mit der BI Wasservögel über mögliche Management-Ideen. Roberto Gentilini setzte dabei ein klares Statement: „Maßnahmen zur Begrenzung der Gänsezahl sind sinnvoll, aber ein Abschuss kommt für mich nicht in Frage!“ Auch Hans-Jürgen Kuhl bestätigte, die Situation in Herne sei unproblematisch, von Jagd spreche in Herne niemand.
Die BI Wasservögel hat bei diesem Termin auf Management-Maßnahmen hingewiesen, die auch mit geringen Aufwand umzusetzen sind, etwa den Wechsel der Grasarten um die Teiche und die Bepflanzung der Ufer mit Gebüschen.

…wird flächendeckend mit Bleischrot geschossen, auch in den „jagdrechtlich befriedeten Bezirken“ – und das dauerhaft. So wird in Herne selbst dort das Jagdrecht außer Kraft gesetzt, wo es für Ruhe und Sicherheit der Bürger sorgen soll. Dabei hinterlassen die Jäger kiloweise giftiges Blei in der Umwelt.


In Herne werden Industrieanlagen gegen Jagdunfälle und Querschläger geschützt.
In den öffentlichen Park- und Grünanlagen hingegen dürfen Jäger weiterhin schießen. – Die Stadtverwaltung nimmt zwar keine Risikoeinschätzung vor, hält aber daran fest, dass zwischen spielenden Kindern und vorbeifahrenden Autos geschossen werden darf.

Frank Dudda, SPD, antwortete bei einer öffentlichen Veranstaltung am 8. September 2020 auf die Frage, ob der Jagdpachtvertrag nicht sittenwidrig sei, weil Leben und Gesundheit der Bürger*innen im Sinne einer jagdrechtlichen Befriedung dort nicht berücksichtigt sei und ob er, Frank Dudda, etwas unternehmen wolle: „Eine schwierige Frage.
Zu den Risiken für die Bürger*innen durch die Jagd im öffentlichen Naherholungsbereich fragten Michael Muscheid (WAZ) und Stefan Erdmann (Radio Herne) in diesem Gespräch nichts.

Die Herner Grünen und die Herner FDP positionieren sich hingegen deutlich für die Notwendigkeit einer jagdrechtlichen Befriedung der öffentlichen Grünanlagen.